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Jetzt wohne ich schon 9 Monate bei meinen neuen Menschen. Als erstes möchte ich mich bedanken bei den Mitarbeiter aus Itzehoe, der die Idee hatte, mich in das Tierheim Tensbüttel-Rost zu bringen, damit ich meine Ruhe habe, während in Itzehoe gebaut wurde. Ich hätte ja sonst mein neues Frauchen nicht kennen gelernt. Die hätte sich bestimmt für mein Nachbarn entschieden, aber nun war ich ja da. Zwei Wochen sind die beiden jeden Tag mit mir spazieren gegangen und dann war es soweit, sie holten mich nach Hause (war ich aufgeregt). Schnell habe ich mich eingelebt, nur die großen Pferde fand ich nicht toll. Vor Angst habe ich mein Frauchen immer quer über Weide gezogen. Die fand das gar nicht lustig (soll ich doch ein Reitbegleithund werden, was ist das überhaupt?) Jeden Tag hat sie mit mir geübt, auch an der Straße lang zu laufen. Bei jedem Auto habe ich mein Anhängsel vor Panik durch die Gegend gezogen. Wir waren dann alle drei bei einer Hundetrainerin. Die hat meinen beiden Leinenführer Tipps gegeben, was sie mit mir üben sollen. Auch mit der Schlafsituation war ich nicht einverstanden. In den alten Korb (ich glaube, der gehörte meinem Vorgänger) haben die beiden eine neue dicke Decke gelegt. Ich habe dann vor meinem Körbchen (leicht untertrieben, es war ein Monster) geschlafen. Bis Frauchen endlich verstanden hat, was ich wollte. Der Korb flog raus und die Kuscheldecke liegt jetzt auf dem Boden. Na also, geht doch. Wer schläft schon gerne in dem Bett von seinem Vorgänger. Ja und dann kam der große Tag: Ina sattelte ihr Pony (Gott sei Dank das Kleinste von allen, sie hat auch noch zwei größere Exemplare) und los gings durch die Feldmark. Immer rechts neben dem Pony an der Leine marschierten wir durch die Gegend. Mein Frauchen und das Pony sind schon geübt, hatte sie doch schon zwei Hunde, die auch immer mit durften. Und was soll ich sagen, das macht richtig Spaß. Jetzt sind wir jeden Tag in allen Gangarten unterwegs. Nur vor Kühen und Schafen habe ich noch Angst, da ziehe ich dann auch noch mal an der Leine. Aber ihr sollt mal sehen, wie stolz Ina auf mich ist, dass ich schon so gut mitlaufe. Ich mache das aber auch gut und meine Angst bekomme ich auch langsam in den Griff. Wenn ich richtig gut gehorche, soll ich auch mal frei laufen, aber das dauert noch, sagt Ina. Verstehe ich nicht, wenn es nach mir geht, könnte ich jetzt schon ohne Leine mit laufen. Bei der Pferdeversorgung muss ich an der Leine bleiben, da ich mich sonst immer noch vom Acker mache. Hier gibt es 2 ha Weide und Hoffläche als Auslauf, aber für einen Hund, finde ich, ist diese Fläche zu klein. Zweimal habe ich es schon geschafft, mich von der Leine loszureißen. Frei wie der Wind bin ich über die Koppeln und Straßen (habe ich doch gelernt, dass man vor Autos keine Angst haben muss) bis ins nächste Dorf gelaufen. Dort hat eine fremde Frau meinen Freiheitsdrang beendet und mich beim Tierheim Tensbüttel-Rost verpfiffen. Die haben mich dann mit dem Tiertaxi entführt. Eine Nacht musste ich im Tierheim verbringen. In der Zeit konnte ich aber den anderen Hunden von meinem neuen Leben erzählen. Erst Mittags hat Ina mich wieder abgeholt (die hätte sich auch mal mehr beeilen können). Einen Hundekurs haben wir auch besucht, aber der ist jetzt Gott sei Dank vorbei. Ich fand das richtig doof, wir mussten immer im Kreis laufen und Sitz und Platz üben. Vor lauter Protest habe ich gar nichts mehr gemacht oder ich habe mich extra falsch hingelegt. Alle Hunde haben in die Richtung von dem Trainer geschaut, nur ich habe ihn meinen Hintern gezeigt. Der fand das gar nicht lustig. Ina hat aber gelacht. Zu Hause habe ich schon viel gelernt: Ich kann Sitz, Platz, Bleib, Zurück, Rolle, Pfötchen geben, auf deine Decke und am besten kann ich mit meiner Quietschekuh spielen. Nur in der Fremde bin ich nach wie vor sehr nervös und aufgeregt und gehorche dann nicht mehr. Aber die beiden versuchen, viel mit mir in die Fremde zu fahren. Letztes Jahr waren wir sogar am Hundestrand. So jetzt muss ich Schluss machen, wir wollen Pferde füttern. Da gehe ich immer mit und passe auf, dass Ina alles richtig macht. Leider muss ich immer noch an der Leine bleiben. Vielleicht könnt ihr ja mal mit Ina ein Wörtchen reden, dass sie mich frei laufen lassen soll?! Immerhin bin ich jetzt schon anderthalb Jahre, da braucht man schon mehr Freiheit. Ich verspreche auch, die Hühner in Ruhe zu lassen. Nur die Katze muss weiter dran glauben. Liebe Grüße Euer Lacky



 
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