THLogoblau
TSB

Tierschutzverein Itzehoe & Kreis Steinburg e.V.
gegründet 1938

Tierschutz aus erster Hand

Wenn man eigentlich keine Katze möchte.
 
Wir haben Meerschweinchen. Viele Meerschweinchen. Das reicht, fanden wir immer.
Katzen mögen wir sehr, kümmern uns schon mal um Streuner, aber eigene, nein nein.
Dann kam Urlaub und Zeit zum Lesen der Wochenblätter.
Oskar in der Zeitung!
Liebe auf den ersten Blick!
Taub und fast blind und braucht ein ruhiges gesichertes Zuhause als Einzelkatze mit viel Zeit. Hmm, hätten wir.
Aber bestimmt findet sich bald jemand, Oskar sieht man doch schon an, dass er das reinste Engelchen ist, wer könnte da widerstehen?
 
Immer wieder auf die Homepage geguckt ob Oskar schon vermittelt ist, aber nein: Oskar ist noch da.
Den ganzen Urlaub haben wir gestritten, wir ohne praktische Katzenerfahrung und dann gleich ein Tier mit Handicaps ? Können wir ihm überhaupt gerecht werden, stellen wir uns nicht zu blöd an?
Am Ende des Urlaubs haben wir es dann nicht mehr ausgehalten. Komm, wir holen Oskar, und schon saßen wir im Auto.
Im Tierheim waren alle sehr lieb und wir waren sehr froh, dass unsere Unerfahrenheit kein Hindernis war und sie uns Oskars Pflege zugetraut haben.
Als wir ihn in Natur sahen, wussten wir gleich, der gehört zu uns.
Und Oskar ist wohl auch dieser Meinung.
Obwohl er taub und fast blind ist, hatte er das Haus schon nach ein paar Stunden ohne jede Scheu erkundet und sich alles eingeprägt. So ein schlaues Kerlchen! 
Wir waren völlig überwältigt von der Selbstverständlichkeit mit der er alles in Besitz nahm.
Nach Oskars Ansicht überflüssige Dinge wurden in den ersten Tagen konsequent von ihm mit beherztem Schwanzschlag entfernt. Na gut, keine Deko mehr...
 
Dafür hat er uns beigebracht, wo er gerne noch ein paar Kuscheldecken oder ein Körbchen mehr hätte.
Grundsätzlich ist er jedoch der Meinung, dass es ein Skandal ist, dass seine Lieblings-Kuschelkissen Beine haben und nach stundenlangem Kraulen auch mal aufstehen wollen.
Na ja, auf der Terrasse in der Sonne liegen ist auch ganz nett, die Katzenminze riecht so fein !
Oder mal Meerschweinchen-TV, ganz blind ist man ja noch nicht.
Dann noch mal Kontrollgang, ausgiebig auf dem Bett putzen und wälzen, dass die Haare fliegen und dann haben die Dosis bestimmt wieder Zeit zum weiterschmusen...
 
Man merkt natürlich an vielen Dingen, dass Oskar durch seine Behinderung sehr eingeschränkt ist, und es ist auch nicht zu übersehen, dass er nicht mehr der Jüngste ist.
 
Zum Teil ist das aber nicht schlimm sondern eher lustig, wenn er z. B.  immer mitten im Flur steht und röhrt wie ein Hirsch, bis sich jemand um ihn kümmert.
 
Wir sind absolute Anfänger und haben uns letztlich getraut, eine alte Katze mit Handicap zu nehmen und wir fragen uns mittlerweile warum wir das nicht schon viel früher getan haben.
 
Es sitzen so viele ältere Tiere und kranke Tiere in Tierheimen, die so dringend einen Platz suchen, und es gibt einfach gar keinen guten Grund, immer nur Jungtiere zu nehmen.
Wenn man sieht, wie viel Lebensqualität man auch einem alten und behinderten Tier noch geben kann und wie es sich positiv entwickelt jeden Tag, dann ist das eine viel größere Freude und ein Geschenk.
Wir wären froh, wenn viel mehr Menschen alte Tiere aus den Tierheimen adoptieren würden.
So, Oskar will weiterschmusen, viele Grüße aus V. von Familie T.

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Liebes Tierheimteam, wir wollten nur berichten, dass Oskar sich prima eingelebt hat. Falls er mal nicht schläft oder in der Sonne brät, ist er ziemlich munter. Und wirklich sehr anhänglich.
Mittlerweile springt er mühelos auf Stühle und Tische und auf seine Dosis. Wir haben noch einiges auf seine Bedürfnisse umgestellt. Da er Gegenstände nicht sehen kann, reißt er natürlich alles runter. Macht aber nichts, Oskar ist ohnehin die schönste "Deko", wer braucht da noch Blumentöpfe ;-))
 
Eigentlich sieht Oskar doch eine ganze Menge, er ist so eine Art Fotofalle. Alles was sich bewegt, kann er gut erkennen, er hat sogar schon versucht, Fliegen zu fangen.
Und unseren Meerschweinchen guckt er begeistert zu, zum Glück sind sie sicher, er hat doch mehr Jagdinstinkt als anfangs erwartet.
 
Spielen entwickelt sich, aber nur kurz. Ist ja vieeel zu anstrengend, durch das Haus zu rennen. Schmusen und treteln oder Teppich fetzen ist viel schöner.
 
Die Terrasse nutzt Oskar begeistert, aber er macht keinerlei Anstalten zu erkunden, was dahinter liegt. Er scheint sehr zufrieden, so wie es ist. Auch im Haus hat er seine Lieblingsrouten, die er regelmäßig kontrolliert. Aber er steht nie vor der Tür und maunzt, dass er raus will. Eigentlich will er immer nur möglichst nahe bei uns sein und sich vergewissern, dass wir da sind.
 
Wenn er mal nicht weiß, wo wir sind, stellt er sich mitten in den Flur und fängt herzzerreißend an zu rufen.
Auch wenn er andere Heldentaten wie Fressen oder Kistchen benutzen vollbracht hat, muss erstmal markerschütternd geschrien werden. Wir kugeln uns immer vor Lachen, besonders wenn auf den Terrassen der Nachbarschaft die Gespräche schlagartig verstummen. Herrlich.
Alles in allem denken wir, Oskar fühlt sich sehr wohl und heimisch hier und wir lieben ihn sehr.
Viele Grüße, Sven und Sabine T.

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Oskar hatte nach 2 Stunden das Haus komplett erkundet und fand sich zurecht, nach drei Stunden hat er die Terrasse in Besitz genommen  und er springt ohne Probleme auf Stuhl und Sofa, wie man an den anliegenden Bildern auch sieht. Und was superschön ist, er reagiert auf Reizangel und dreht richtig auf. Das wird hilfreich sein bei seiner Figur.
Es ist so, als hätte er schon immer hier gewohnt, Oskar ist einfach super.
Im Moment liegt er noch  auf der Terrasse, knabbert am Gras und an den Blümchen und liegt in der Hütte. Draußen sein scheint ihm sehr zu gefallen und ich sehe uns schon einen kleinen Katzengarten bauen....
Viele liebe Grüße, Sabine und Sven-H. T.
P.S. Er schnarcht wirklich :-)))

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